Fort Gorgast (Brandenburg)

Aussenfort der Festung Küstrin

 

www.fort-gorgast.de

 

Besuch: Mai 2011

Besuch: April 2004

NAVI: 15328 Manschnow, Bahnhofstraße 1

Dann den Wegweisern zum Fort folgen. Parkplätze direkt am Fort.

Fort Gorgast ist das westlichste Aussenfort der Festung Küstrin. Schon während des Baus galt die Anlage als veraltet. Einige Bauwerke wurden mit Betonüberdeckungen von ca. 80 cm Stärke aufgewertet. Der nasse Graben wurde künstlich angelegt. Der Kampfwert der Anlage nach Fertigstellung kann als gering eingestuft werden.

Das Fort ist frei zugänglich: zugleich Vorteil und Nachteil. Feste Schuhe und Taschenlampe sind Pflicht!

 

Zusätzlich und eigentlich unverzichtbar: die eigene Frau dahinter!

Selbst nimmt man es viel später wahr, aber Ruf: "Komm zurück!" hat eine - nunja, gesundheitsvorsorgende Wirkung. Im Fort habe ich einige Stellen nur besichtigt, weil ich meine Frau hinter mir wusste! Sie hätte Hilfe geholt!

Fort Gorgast: Damm über den nassen Graben Damm über den nassen Graben

Bis zur Wende wurde das Fort von der NVA genutzt, die natürlich Umbauten vornahm, um das Gelände besser nutzen zu können. Ein Teil des Walls wurde abgetragen und ein neuer Damm aufgeschüttet, damit LKWs direkt ins Fort fahren konnten.

 

Die Zerstörungen am Fort stammen von den Russen, die nach dem Krieg alles sprengten, was irgendwie nach Befestigungsanlagen aussah.

Eingangsbereich des Forts. Der Damm führt über den künstlich angelegten nassen Graben, der heute für die Fischerei genutzt wird.

Fort Gorgast: Klappbrücke Klappbrücke im Eingangswall

2011 war der Eingangsbereich weitestgehend restauriert. Die Ziegelmauern sind, wie damals üblich, geschliffen.

Fort Gorgast: Eingangsverteidigung Eingangsverteidigung
Fort Gorgast: Zentralpoterne Zentralpoterne

Die Wallkasernen mit den restaurierten Fensterfronten.

Fort Gorgast: Kasematte der Wallkaserne Kasematte der Wallkaserne

Die Temperaturen im Innern des Forts betragen nur um die 8-10 C°!

Fort Gorgast: Kamin in einer Kasematte Kamin in einer Kasematte
Fort Gorgast, Kasemattengang Fort Gorgast, Kasemattengang

Gang im Inneren des Forts. Die Elektroinstallation dürfte noch von der NVA stammen.

Fort Gorgast: Ruinierte Haupttreppe in der Wallkaserne Ruinierte Haupttreppe in der Wallkaserne

Haupttreppe der Wallkaserne. Dieser Bereich ist ruiniert und nicht zugänglich. Das Foto entstand durch ein Gitter.

Fort Gorgast: Wallkaserne mit Blick auf die Zentralpoterne 2011 Wallkaserne mit Blick auf die Zentralpoterne 2011
Fort Gorgast: Betonüberdeckung Betonüberdeckung eines Bauwerkes
Fort Gorgast: Betonüberdeckung Betonüberdeckung

Grober Stampfbeton mit großen Kieseln. Damit sollten die Bauwerke gegen Brisanzgranaten geschützt werden. Die offene Aufstellung der Geschütze und die damit offensichtliche Verwundbarkeit entsprachen nicht mehr den Anforderungen der damaligen Zeit.

 

Stärke der Betondecke ca. 80 cm. Von den Russen gesprengt.

Fort Gorgast: Unterstand der linken Batterie Unterstand der linken Batterie

Obwohl bei diesem Unterstand die Betonüberdeckung fehlt, wurde das Bauwerk von den Russen gesprengt. Fort Gorgast ist damals als echte Festung eingeschätzt worden.

Fort Gorgast: Zerstörte linke Batterie Zerstörte linke Batterie

Im Hintergrund ist der Austritt aus der Zentralpoterne zu erkennen. Der Ausgang ist mit einem Gitter versperrt, um einfach strukturierten Besuchern Unfälle zu ersparen.

 

Die Gewölbe sind voller Schutt und auch das Grünzeug erobert Gelände zurück. 2004 bin ich noch in die Katakomben eingestiegen - 2011 habe ich dazu keine Lust! Und es ist allein zu gefährlich!

Fort Gorgast: Zerstörte linke Batterie Zerstörte linke Batterie
Fort Gorgast: Weg um den Aussenwall Weg um den Aussenwall

Man kann das gesamte Fort aussen umlaufen. Im Mai 2011 wirken das Grün der Bäume und die angelegten Pfade.

 

Hinterlassenschaften der Menschheit habe ich nicht gefunden - eine müllfreie Zone. Dafür aber aufgepickte Eier, viele Vögel und jede Menge Mücken.

Fort Gorgast: Nasser Graben Blick auf den nassen Graben

Der künstlich angelegte nasse Graben mit beträchtlicher Breite, machte Fort Gorgast erstmal generell sturmfrei.

1947 gab es eine Flutwelle an der Oder. Der linke Teil des rückwärtigen Walls wurde von der Bevölkerung zu Baumaßnahmen abgetragen. Die NVA hat später einen großen Teil des Platzes betoniert.

 

2004 war das typische NVA-Ambiente noch sichtbar: Türen, Tore, Leuchten und elektrische Anlagen. Im Mai 2011 wirken Teile des Forts schon als bereinigt und dem Ursprungszustand angepasst.

Fort Gorgast: Teilweise restauriert Front Teilweise restaurierte Front

Die 2004 noch vorhandene Blechtore und -türen sind durch restaurierte Tore und Türen ersetzt worden.

Fort Gorgast: Eingangswall von hinten Eingangswall von hinten

2004 konnte man das Eingangsbauwerk noch problemlos besteigen. Im Mai 2011 ist das Gröbste durch Zäune abgesichert. Gut, wenn ich wollte, hätte ich gekonnt! Es war auch niemand da, der mich abgehalten hätte.

 

Auch diesem Fort wird der Bewuchs mit Bäumen und Sträuchern zum Verfall behelfen. Hier würde ein gesundes Mittelmaß zwischen Bauerhaltung und Naturschutz helfen.

Fort Gorgast: Munitionsnische 2004 Munitionsnische 2004
Fort Gorgast: Munitionsnische 2011 Munitionsnische 2011

Munitionsnischen, teilweise verschüttet. Womöglich dienten diese Unterstände auch als Garage für Revolverkanonen. Der Standort des Bauwerks im Fort spricht für eine Eingangsverteidigung. Die Größe des Bauwerks könnte einer Schnellladekanone oder einer Gatling mitsamt Munitionsvorrat entsprechen.

Fort Gorgast: Blick auf den nassen Graben Blick auf den nassen Graben

Wenn man von der Munitionsnische den rückwertigen Wall betritt, ergibt sich dieses Bild. Damit wird die Annahme, dass von hier aus der Eingangbereich bestrichen werden sollte, immer wahrscheinlicher.

2004. Der Damm über den nassen Graben. Im Mai 2011 habe ich es gar nicht erst versucht, auf den Wall zu kommen.

Blockhaus zum Schutz des Eingangsbereiches.

Die Fassade ist fertig restauriert. Der ehemalige Diamantgraben um das Blockhaus ist noch zugeschüttet.


Im Hintergrund ein typisches Heizhaus mit Schornstein aus DDR-Zeiten.

Fort Gorgast: Schießscharten im Blockhaus Schießscharten im Blockhaus

Das restaurierte Blockhaus von hinten. Die Erdaufschüttung fehlt noch.

Fort Gorgast: Blockhaus von hinten 2011 Blockhaus von hinten

Der Zustand des Blockhauses wirkt von vorn positiv. Von hinten sieht es ganz anders aus. Teile des Putzes sind großflächig abgefallen. Das Mauerwerk dahinter sieht marode aus - Salze oder Salpeter zerfressen das Gemäuer.

 

Das Fort zu erhalten dürfte eine gewaltige Aufgabe sein, denn hier hilft nur Geld!

Fort Gorgast: smart BRABUS smart BRABUS in Gorgast

Nö, ein schlechteres Foto vom smart gibt es nicht!

 

Ich war dermaßen mit Fort Gorgast beschäftigt, dass ich den Kampfzwerg völlig vergessen habe.